Alexander Marx

Alexander Marx

Intern(Focus on Gender Democracy and Resource Governance)
Alexander MarxCreator: hbs. All rights reserved.
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Angesichts des Moduls Projektmanagement innerhalb meines Masterstudiengangs 'Geographische Entwicklungsforschung' ist es verpflichtend ein Praktikum bei einer entwicklungspolitischen Organisation zu absolvieren. Als Studienstipendiat des Studienwerkes der Heinrich-Böll Stiftung hbs habe ich mich bereits seit meiner Aufnahme in die Stiftung im Oktober 2013 mit der Stiftungsarbeit im Ausland der hbs auseinandergesetzt. 

Besonders positiv ist mir dabei die hbs in Kambodscha aufgefallen, da diese regelmäßig Praktikant*innen in verschiedenen Arbeitsbereichen wie beispielsweise Gender oder Landfragen betreut. Hinsichtlich meiner Masterarbeit zum Thema Landnahme habe ich mich daher im Oktober 2016 dazu entschlossen mich bei der hbs in Kambodscha für ein Praktikum zu bewerben. Da ich noch nie zuvor in Südostasien war, ist es für mich das Ziel des Praktikums gewesen diese Region kennenzulernen und hierfür eine erste fundierte Expertise zu den Thematiken Kultur, Geschichte, Politik und Wirtschaft zu erlangen. Der Rahmen des Praktikums gestaltete sich daher darin, dass ich in der ersten Hälfte meines Praktikums mehrere Konferenzen und Workshops zu den Bereichen grünes Wirtschaftswachstum und Landraub besuchte, um somit erste Erkenntnisse innerhalb dieser Problematiken zu erhalten. Unterstützt wurde ich dabei von meinen Kolleg*innen im Büro der hbs in Phnom Penh, da diese mir nicht nur jederzeit für Fragen zur Verfügung standen, sondern mir auch Bescheid gaben, wann die jeweiligen Konferenzen und Workshops stattfinden. Die Arbeitssituation war daher geprägt von vielen konstruktiven Gesprächen und Diskussionen, wobei ich nicht nur viel über die Kultur, Geschichte, Politik und Wirtschaft der Region gelernt habe, sondern auch über die Religion des Buddhismus. Innerhalb dieser kritischen Auseinandersetzung konnte ich hierzu viele Problematiken erkennen, die im Zusammenhang mit der vergangenen und der gegenwärtigen kolonialen Geschichte Kambodschas stehen. 

Neben diesen zugegebenermaßen unerwarteten Auseinandersetzungen habe ich mich erneut mit dem Thema des 'Green Grabbing' beschäftigt. Hierzu habe ich auch zusammen mit meinem Arbeitskollegen Ratana Pen eine Publikation geschrieben. Diesen Themenkomplex werde ich in meine Forschungsarbeit für die Masterarbeit eingliedern. Darüber hinaus habe ich mich wie erwartet verstärkt mit der Thematik Frauen*kooperativen in Kambodscha beschäftigt. Auch hierzu habe ich eine Publikation verfasst, innerhalb derer ich die Zukunft von Entwicklungszusammenarbeit anhand des Beispiels von Frauen*kooperativen diskutiere. Auf die Thematik zu 'Rethinking Development' bin ich speziell aufgrund von zwei Konferenzen zum Thema 'Grünes Wachstum' in Kambodscha gestoßen, da ich durch meine Arbeitserfahrungen in Zentralamerika, Mittelasien und Afghanistan mittlerweile die von Ländern des globalen Nordens vorgegebene Entwicklungszusammenarbeit sehr kritisch bewerte. Außerdem konnte ich anhand vieler weiterer Recherchearbeiten bezüglich der Themen 'Fahrradproduktion in Kambodscha' und 'Atomkraft in Kambodscha' mein Wissen sowie meine Regionalexpertise erweitern.

Bereits zum Anfang meines Praktikums konnte ich sowohl durch die gute Arbeitsatmosphäre bei der hbs in Phnom Penh als auch durch die Möglichkeiten in der Stadt selbst vor allem hinsichtlich der vielen kulturellen Angebote schnell Kontakt zu hier lebenden Menschen herstellen, weshalb für mich persönlich nicht nur die gesamte Arbeitssituation, sondern die gesamte Zeit sehr angenehm war. Außerdem gibt es in der Stadt sowie im Land im Vergleich zu Zentralamerika kaum Kriminalität in Form von Überfällen, Banden oder Mord. Speziell dies fand ich in den Wochen meines Aufenthaltes sehr angenehm. Angesichts dieser Umstände hat es mir sehr viel Spaß gemacht, eine neue Region und ihre Menschen und Kultur kennenzulernen. Dabei konnte ich darüber hinaus viele neue geowissenschaftliche und entwicklungspolitische Expertisen erlangen.

Wie aus diesem Praktikumsbericht hervorgeht, hat mir die Arbeit bei der hbs in Kambodscha sehr viel Spaß und Freude bereitet. Durch die vielen konstruktiven Diskussionen zu Themen wie Entwicklungszusammenarbeit, Politik, Kultur, Religion und Gesellschaft konnte sowohl mein persönlicher Horizont als auch der meiner Kolleg*innen erweitert werden. Ich bin mir zudem sicher, dass ich im Laufe der kommenden Tage, Wochen, Monate und vor allem Jahre, in denen ich weiter über die Zeit hier in Kambodscha reflektiere, viele weitere Erkenntnisse aus diesem Praktikum ziehen werde. Diese Erkenntnisse werden speziell für mein zukünftiges Berufsleben als Wissenschaftler sehr wertvoll sein. Außerdem kann ich mir angesichts dieser sehr positiven Erfahrung bei der HBS vorstellen, zukünftig für längere Zeit bei einer politischen Stiftung im Ausland zu arbeiten.

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